Pöse Cosmo…Pöse Chef Redakteurin…

Soeben war ich dabei einen längeren Kommentar auf dem Blog von Sindy zu diesem schnöden Thema zu hinterlassen der seit ein paar Tagen die Beautybloggergemeinde anheizt…hab mich dann aber für die bloggende Weise entschieden…

Nun fragen sich viele Leser vermutlich: Welche Cosmo, welcher Chef und überhaupt um was geht es? Ich möchte hierzu eigentlich gar nicht soweit ausholen, möchte aber dennoch meine Gedanken zu diesem Thema gerne festhalten.

Es geht konkret um einen Artikel Cosmo Beauty-Chefin in der deutschen Cosmopolitin. Diese verkündet dort, unter anderem, das für sie deutsche Beautyblogs eher lahm sind und von Teenagern für Teenagern geschrieben sind.

Zu den geheimen Stars der Branche mausern sich ein paar wenige Blogger – leider nicht aus Deutschland. Bei uns gibt es momentan noch keinen Beauty-Blog, der für mich lesenswert wäre. Die, die ich kenne, sind gefühlt von Teenagern für Teenager geschrieben und man merkt, dass diese Mädchen eine Weile auf der Welle des Blog-Hypes schwimmen, sich von PR-Abteilungen mit Produkten versorgen  lassen, um dann ohne eigene, ehrliche Meinung darüber zu berichten.

Quelle: Cosmopolitan, Januar 2012, S. 123-124

Das heizt die Bloggergemeinde natürlich an und ich kann absolut nachvollziehen das man sich da auf den Schlips getreten fühlt. Dennoch bin ich ähnlich wie Lynne von FDG  der Meinung das man diesen Artikel auch durchaus kritisch  betrachten sollte und auch den Berufsstand von Frau Seibold mit einbeziehen muss.

Die Sache ist: der deutsche Beautymarkt ist einfach zum gähnen langweilig ^^…ich kann cosmopolitsche Menschen wie Frau Seibold diesbezüglich absolut verstehen und somit auch den Schwenk zu internationalen Blogs und damit auch offeneren Märken sehr gut nachvollziehen.

Auch kann ich ihren Fingerzeig in Richtung Sponsoring durchaus nachempfinden, sehe hier aber eine gewisse Doppelmoral, da die Cosmo eine kommerzielle Zeitschrift ist und von Sponsorings und Werbeaktionen lebt. Im gleichen Artikel dann auf professionelle Journalisten der Vogue mit eigenen Blogs zu verweisen empfinde ich dann doch ein bisschen strange 😉 Hätte sie sich wirklich GUTE Blogs aus UK und Co herausgesucht, wäre der Aufschrei sicherlich nicht so groß gewesen.

Fakt ist aber leider der, das wir hier in Deutschland sind, die Möglichkeiten für die meisten sind eingeschränkt und das sieht man auch an der Informationsbreite der deutschen Bloggerszene. Schaue ich mir im Umkehrschluss den Globalen Beautymarkt, an so empfinde ich Deutschland immer als triste Inseln in der Innovationen, kleine Labels etc. kaum auch nur einen Fuß auf den Boden bekommen. Marken wie NARS verschwinden aufgrund diverser Umstände einfach wieder, Marken wie Urban Decay versuchen es erst gar nicht…also bleibt nur das labberiger Drogerie und Parfümerie Einerlei über das dann jeder berichtet. Natürlich haben auch viele Firmen das Potential von Blogs entdeckt, aber mal Hand aufs Herz: Wer will noch eine Dior, Clinique oder Glossybox Review lesen? 😉

Persönlich kann ich viele natürlich verstehen, man ist eben kein pubertäres Gör das ein bisschen bloggt. Es kostet Arbeit, es steckt viel Herzblut drin und von den Mühen als deutscher Blogger überhaupt relativ bekannt zu werden und auch die Möglichkeiten zu haben über seinen Horizont hinaus zu berichten sind nicht einfach. Dennnoch sollte man diesen, doch recht provokant geschrieben, Artikel eventuell in der deutschen Beautybloggerszen als Anreiz nehmen um seine Augen weiter auf zu machen, neues auszuprobieren und aus dem Blogspot, Cosnova und Co Einerlei herauszuschwimmen 😉

…und bitte versteht mich nicht falsch, ich lese regelmäßig deutsche Beautyblogs (ich will ja auch wissen was so in der „Szene“ vor sich geht, profitiere selbst davon und will es nicht missen, will aber auch wissen wies im deutschen Beautydschungel aussieht). Und nicht alles lässt mich kalt und es gibt viele Lichtlein die gute Arbeit leisten und genau das auch machen was der deutsche Blogleser erwartet. Aber dennoch gibt es unter den vielen nur einen verschwindend geringe Menge die Lust auf mehr macht, die mal rausschauen und neues probieren. Die aus News, Reviews und MakeUps wirklich spannendes schaffen und neue Ideen einbinden…

Dennoch muss ich immer wieder meinen Hut lupfen für das Engagement vieler Blogger die auf solche Dinge reagieren und damit zeigen das da doch noch mehr ist 🙂 Deshalb lieben Dank an Claudia von Beauty Butterflies für die Arbeit und bereitstellen des betreffenden Artikel und Ihren offenen Brief an die Cosmo/Verena Seibold.

9 Kommentare

  1. Mich irritierte bei dem Artikel der Cosmo-Dame einfach auch sehr, dass sie ein Bild wie folgt zeichnet: pubertäre, deutsche Mädels schreiben Review XY zum Thema XX, das schon jeeeeeder kennt. Und das, indem sie sich mit Gratisprodukten versorgen lassen.
    Nur: inwiefern machen die amerikanischen (bzw. auch Blogger anderer Nationalitäten) anders? Im Endeffekt verweist sie auch nur auf die „Auslese“ (die dann lustigerweise *bezahlt* ist, und nicht nur gesponsort – bezahlt doch sicher auch für bestimmte Ergebnisse), und da frage ich mich dann, inwiefern ich als Leser sowas will – ich will nämlich vor allem ehrliche Meinungen.
    Dass Trends nicht unbedingt in Deutschland erfunden werden stimmt schon. Aber wenn man kein Augenzeuge ist, kann man ja auch schlecht wie einer berichten – dementsprechend wundert es mich auch nicht, dass das deutsche Blog-Angebot an Trendsetting und bahnbrechenden Neuigkeiten eher auf der Strecke bleibt. Ich finde ihre Kritik dann auch in der Hinsicht ein bisschen, äh, naja – nicht nachvollziehbar.

    Und beim „neues probieren“: na, das Neue probieren ist auch immer relativ zu dem, was einem schon bekannt ist. Für mich war es in letzter Zeit sehr neu, in Online-Shops wie deinem zu bestellen. Entsprechend ist das für mich natürlich an sich schon ein Highlight. Ob ich damit jetzt die Welt bewege – eher nicht. Und das muss ja auch garnicht Ziel sein 😉

  2. „Fakt ist aber leider der, das wir hier in Deutschland sind, die Möglichkeiten für die meisten sind eingeschränkt und das sieht man auch an der Informationsbreite der deutschen Bloggerszene. Schaue ich mir im Umkehrschluss den Globalen Beautymarkt, an so empfinde ich Deutschland immer als triste Inseln in der Innovationen, kleine Labels etc. kaum auch nur einen Fuß auf den Boden bekommen. Marken wie NARS verschwinden aufgrund diverser Umstände einfach wieder, Marken wie Urban Decay versuchen es erst gar nicht…also bleibt nur das labberiger Drogerie und Parfümerie Einerlei über das dann jeder berichtet. Natürlich haben auch viele Firmen das Potential von Blogs entdeckt, aber mal Hand aufs Herz: Wer will noch eine Dior, Clinique oder Glossybox Review lesen? ;)“

    Genau das ist es…Wenn ich amerikanische Youtuber anschaue, denk ich meinst :XO: *habenwoll* 😀 Ich will auch ein Target, Bath and Body Works oder sonst was….

    Ich meine ich liebe DM dafür, dass sie wenigstens kreativ sind, was LE- Düfte angeht oder überhaupt…
    Sei es jetzt dahingestellt, ob man Zitronenkuchendüfte mag.. aber es ist mal was anderes…

    Ich bestelle irgendwie nur noch Kosmetik in den USA -.- Selbst Maybelline- Blushes bestelle ich in den USA.. das muss man sich mal vor Augen führen… Maybelline- Zeug…. da lauf ich hier meistens vorbei.. aber in den USA gibt es interessante Sachen… nur bei uns immer die „Reste“…

    Wir sind dem Markt wohl egal.. das merkt man ja schon an der Auswahl an Foundation- Nuancen in der Drogerie…

    Und wo du schon UD ansprichst.. ich meine UD ist „Made in Germany“ (also die Glide On zB).. und wo bekommt man es nicht? In Deutschland… Finde den Fehler…

    1. Urban Decay GAB es in den 90er Jahren in Deutschland! Und zwar gab es eine gar nicht so kleine Ecke im KaDeWe in Berlin!

      1. Wir sind aber im 21. Jahrhundert 🙂 Und da gibts das in Dtl nicht grade an jeder Ecke^^

  3. Ich habe das seit dem Blogpost von Claudia auch verfolgt..

    Und bei Sindy ist heute ja sogar die Stellungnahme von Frau Seibold höchstpersönlich zu lesen, die mich persönlich beschwichtigt hat (wobei ich mich nicht wirklich aufgeregt habe, es sondern eher belustigend fand, denn Geschmäcker sind ja unterschiedlich), denn sie machte deutlich, dass ihr Text in der Cosmo offensichtlich missverständlich rüberkam bzw. man ihn nicht so ernst nehmen sollte, wie jetzt geschehen!

    Deine Sichtweise finde ich, genau wie die von Lynne, sehr gut! Ich sehe das inzwischen wie ihr! Für mich ist das Thema deshalb abgehakt. Gibt wichtigeres… nämlich weiter Blogposts schreiben… und zwar auf MEINE Weise, so wie MIR das gefällt…! 😀 😉

    LG

  4. Ich möchte nicht groß ausschweifen sondern nur sagen das mir deine Meinung dazu sehr gefällt. Klingt gesund und angemessen. Ich habe schon Dinge gelesen die mich als blogleser peinlich berührt haben.
    Jeder kann und darf seine Meinung äußern, aber beleidigend muss niemand werden. Frau Seibold hat ihre Meinung geäußert und niemanden persönlich angegriffen.
    Auf der einen Seite hat sie recht, auf der anderen nicht. So ist das nun mal in der Welt des Journalismus.
    Auch nicht jede geschriebene Review entspricht dem Produkt. Der eine mags, der andere nicht. so ist das leben…
    jetzt bin ich doch ausschweifen geworden. ^^ Naja…
    LG
    Miriam

  5. Hey hast echt tolle Beiträge, würdest du mich verlinken oder vorstellen http://www.luisakay.de LG :up: 😀

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